Was heisst das genau?
“Hirnverletzung“ ist ein Sammelbegriff, der ungeachtet der Art von Beschädigung dieses Organs oder der betroffenen Region verwendet wird und der auch die unterschiedlichen Auswirkungen bezeichnet.
Die Symptome einer Hirnverletzung sind komplex und vielfältig. Sichtbare Verletzungen wie Lähmungen oder Bewegungsstörungen mögen auffällig sein, haben aber keinen Einfluss auf die Denkfähigkeit – hirnverletzte Menschen sind sich ihrer körperlichen Einschränkungen meist voll bewusst und sind nicht geistig behindert!
Weniger sicht- oder sogar unsichtbar sind die Behinderungen im Bereich der Wahrnehmung und der Empfindung. Dazu gehören Beeinträchtigungen von Seh- und Hörvermögen oder der Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn genauso wie ein organisch bedingter Dauerschmerz, Unempfindlichkeit, Konzentrations-, Gleichgewichts- oder Schlafstörungen, Inkontinenz oder eine verminderte Aufnahme- und Lernfähigkeit.
Eine Hirnverletzung hat Einfluss auf alle Lebensbereiche. Nicht selten führt sie zu einem Rückzug der oder des Betroffenen aus dem Alltagleben, weil die Umwelt nicht auf die veränderte Art der Kommunikation oder des Verhaltens zu reagieren im Stande ist.
Die Geschichte von Ivo
Ivo könnte heute wahrscheinlich weder gehen noch sehen und wäre in einem Heim für mehrfach Behinderte, wenn seine Eltern auf den Rat der Fachleute gehört hätten. Sie aber gaben ihren Drittgeborenen nicht auf, nachdem die Ärzte beim Baby in der rechten Hirnhälfte ein grosses Loch entdeckt hatten, welches vermutlich durch eine Infektion nach einer Impfung entstanden war.
Ivos Mutter fühlte sich weder vom Kinderarzt, noch vom Spital oder der Frühberaterin wirklich ernst genommen, als sie ihr schwerkrankes Kind zu Hause pflegen wollte. Und obwohl Ivo dank der intensiven Förderung durch seine Familie unerwartete Fortschritte machte, rieten die Fachleute zu einer Heimeinweisung. Durch einen Zeitungsartikel erfuhr Ivos Mutter von der Therapie nach Doman/Delacato, die nur im Ausland angeboten wird. Sie setzte alles daran, mit Ihrem Sohn ins British Institute for Brain Injured Children (BIBC) nach England reisen zu können.
Dank dieser Therapie,welche in der Schweiz nicht anerkannt ist, machte Ivo weitere Fortschritte. Und die Eltern lernten gleichgesinnte Mütter und Väter kennen, was schliesslich zur Gründung des Vereins „Hilfe für hirnverletzte Kinder“ führte.
Heute ist Ivo soweit integriert, dass er an 3 ½ Tagen in der Woche in einem Kleinwerkheim in Cham beschäftigt werden kann.
Vor allem liebt er seine vielen Kontakte zu Bekannten und plaudert gerne, unternimmt mit Peter, einem Helfer, grössere Rollstuhlfahrten und geht gerne zur wöchentlichen Hydrotherapie – und geniesst sein Leben.
… und von Stephanie
Stephanie leidet seit ihrer Geburt an Cerebral Parese (CP), d.h. ihre Bewegungs- und Ausdrucksfähigkeiten sind durch die Schädigung eines bestimmten Teils ihres Gehirns beeinträchtigt. Die Ursache für eine solche Schädigung können vorgeburtliche Virusinfektionen (Röteln, Toxoplasmose) oder Komplikationen bei der Geburt (Sauerstoffmangel etc.) sein. In den ersten Lebensjahren sind es meist Unfälle oder schwere Krankheiten (Hirnhautentzündung), die eine cerebrale Bewegugsstörung zur Folge haben.
Glücklicherweise gibt es für Stephanie eine spezielle Stimulationstherapie nach Doman Delcato/Prof. Unruh, die mit neurologischen und biologischen Methoden arbeitet und direkt auf die geschädigten Nervenzellen wirkt; dies im Gegensatz zu herkömmlichen Therapien, die oft nur Symptome bekämpften. Stephanie absolviert dieses Therapieprogramm mit Hilfe ihrer Eltern und Helferinnen zweimal am Tag und hat bereits grosse Fortschritte erzielt.
Diese Therapieform wird in der Schweiz nicht praktiziert. Stephanie muss deshalb drei Mal im Jahr nach Barcelona reisen. Dort werden ihre Fortschritte analysiert und das Therapieprogramm für die folgenden Monate entsprechend zusammengestellt.
Die IV anerkannt diese Therapie nicht, so dass die Eltern von Stephanie die Kosten selber tragen – hiki hilft hier mit einem finanziellen Beitrag und unterstützt damit die freie Therapiewahl.
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